1./2. Februar 1998 – Porsche 911-Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans 

Rechtzeitig zum 50-jährigen Firmenjubiläum machte sich Porsche selbst das schönste Geschenk: einen sensationellen Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Beim Kampf gegen die Werksteams von Mercedes-Benz, BMW, Toyota und Nissan bewahrheitete sich einmal mehr die alte Motorsportweisheit "If you want to finish first you have to finish, first": nach zwei Stunden war Trainingsschnellster Bernd Schneider auf Mercedes CLK GTR ausgefallen, kurze Zeit später auch Christophe Bouchut im Schwesterauto. Am frühen Abend musste auch der Schnellste der BMWs mit Steve Soper am Steuer auf Grund überhitzter Radlager die Segel streichen.

Nach dem frühen aus der deutschen Konkurrenz lief alles auf ein Duell zwischen Porsche und Toyota hinaus. Als es gegen 22 Uhr begann dunkel zu werden, lag der Toyota GT1 von Ex-Porsche-Star Thierry Boutsen, Ralf Kelleners und Geoff Lees mit einer Runde Vorsprung auf die beiden Porsche 911 GT1 #25 mit Jörg Müller, Uwe Alzen und Bob Wollek sowie #26 mit AllanMc Nish, Stephane Ortelli und Laurent Aiello in Führung. Der erste Nissan lag, weitere zwei Runden zurück, auf Rang vier.

porsche le mans
Zu jedem großen Sieg in Le Mans gibt es gesuchte Porsche-Plakate.
Bildquelle:Plakate der Porsche AG



Auch das Führungstrio blieb nicht von Problemen verschont: zuerst verliert der Toyota 15 Minuten durch Getriebewechsel, dann muss #26 auf Grund eines gebrochenen Wasserrohrs für 35 Minuten die Porsche-Box ansteuern bevor fast gleichzeitig Jörg Müller bei einem Ausrutscher ins Kiesbett den Unterboden von #25 beschädigt. Um 8 Uhr muss Thierry Boutsen zum zweiten Mal das Getriebe wechseln lassen und reiht danach direkt hinter Allan McNish als Zweiter wieder ins Feld ein.

Im Folgenden entwickelte sich auf der legendären Strecke von Le Mans ein packender Zweikampf zwischen der #26 und dem Toyota, wobei die schnellen Japaner immer um etwa eine Minute in Führung lagen. Die Entscheidung war erst gefallen, als Boutsen 90 Minuten vor Ende des Rennens mit Getriebeschaden stehen bleib. Die übrigen Runden dieser turbulenten 24 Stunden von Le Mans konnten die beiden Porsche 911 GT1 im Formationsflug absolvieren – Allan McNish, Stephane Ortelli und Laurent Aiello gewannen mit einer Runde Vorsprung auf Jörg Müller, Uwe Alzen und Bob Wollek und bereiteten dem Hause Porsche ein Geburtstagsgeschenk für die Ewigkeit.

Alle Porsche Le Mans Gesamtsiege:

Jahr Fahrer Fahrzeug Distanz
1970 Hans Herrmann, Richard Attwood

Porsche 917 K 4607,8 km
1971 Helmut Marko, Gijs van Lennep
Porsche 917 K 5335,3 km
1976 Jacky Ickx, Gijs van Lennep
Porsche 936 4769,9 km
1977 Jacky Ickx, Jürgen Barth,
Hurley Haywood
Porsche 936 4671,6 km
1979
Klaus Ludwig, Bill Whittington,
Don Whittington
Porsche 935 K3 4173,9 km
1981 Jacky Ickx, Derek Bell
Porsche 936 4825,3 km
1982
Jacky Ickx, Derek Bell
Porsche 956 4899,0 km
1983 Al Holbert, Hurley Haywood,
Vern Schuppan
Porsche 956 5047,9 km
1984
Klaus Ludwig, Henri Pescarolo
Porsche 956 4900,2 km
1985 Klaus Ludwig, Paolo Barilla,
John Winter
Porsche 956 5088,5 km
1986
Derek Bell, Al Holbert,
Hans-Joachim Stuck
Porsche 962 4972,7 km
1987 Derek Bell, Al Holbert,
Hans-Joachim Stuck
Porsche 962 4791,7 km
1994
Mauro Baldi, Yannick Dalmas,
Hurley Haywood
Dauer-Porsche 962 4685,7 km
1996 Davy Jones, Alex Wurz,
Manuel Reuter
Joest TWR WSC95 4814,4 km
1997
Michele Alboreto, Stefan Johannson,
Tom Kristensen
Joest TWR WSC95 4911,4 km
1998 Allan McNish, Stephane Ortelli,
Laurent Aiello
Porsche 911 GT1 4783,7 km

 


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